Nach der Einschätzung eines Hunde-Hausbestandes bei einem WS
mit dem Ergebnis Doppelbesatz
(manchmal auch bei krassem Fehlbesatz, wie z.B.
Eckhundesammlungen: VLH-NLH, MBH-NLH, VLH-MBH,
oder Bindehundsammlungen: N3-V2 etc.
oder völlig unpassende Bindehund-Eckhundekombinationen wie z.B. : N3-VLH, NLH-V2 etc.,
fragt man sich: was tun?
Man hat diesen Hausbestand, man liebt alle seine Hunde,
vielleicht macht man erfolgreich Hundesport mit allen seinen Hunden,
vielleicht hat man sehr viel Geld für einen ganz bestimmten Welpen ausgegeben
u.s.w. u.s.w..
Man selber findet: meine Hunde passen doch prima zusammen!
Und doch sagt das Einschätzungsergebnis etwas anderes.
Die Stellungen selber zu erkennen und damit die ganze Tragweite des Fehlbesatzes/Doppelbesatzes erkennen zu können,
dauert einige Zeit,
niemand kann das einfach so von heut auf morgen, man muss es üben udn sein Auge schulen.
Deswegen fällt es manchmal schwer, das Ergebnis der Einschätzung vertrauensvoll anzunehmen.
Aber mit der Zeit, und vorausgesetzt, man beschäftigt sich intensiv mit der RS-Materie und schult sein Auge,
wird man immer mehr erkennen können.
Manche wünschen sich dann im Nachhinein,
all die Fehler, die man durch Unwissen in der Vergangenheit gemacht hat,
wieder rückgängig machen zu können.
Bei dem Ergebnis: Doppelbesatz bzw. krasser Fehlbesatz
gibt es leider nur eine Möglichkeit:
man muss die Hunde trennen.
Denn nur so - und das weiß und bestätigt jeder, der RS mit seinen Hunden lebt -
können die Hunde entspannen, sich entfalten, zur Ruhe kommen und ihre Stellung ausleben.
Alles andere ist ein Menschen-Konstrukt,
die Hunde werden in etwas hineingezwungen, worin sie sich unwohl fühlen und noch schlimmer: wo sie permanent gestresst sind, wo sie krank werden, wo sie alles mögliche Fehlverhalten entwickeln etc.
Wenn man zuhause genug Platz hat - und damit meine ich nicht eine 2-Zimmer-Wohnung! -
dann kann man räumlich die Hunde voneinander trennen.
das geht gut, wenn einer der "betroffenen" Hunde vielleicht schon ein Senior ist und nicht mehr in Stellung arbeitet, oder auch, wenn der Hund eventuell chronisch krank ist und z.B. nicht normal laufen kann.
In solchem Fall klappt die räumliche Trennung zuhause meist gut.
Allerdings muss man beachten:
bei einer solchen räumlichen Trennung
dürfen die beiden Hunde sich NIE WIEDER begegnen.
Bei einer Begegnung besteht vor allem bei einem Doppelbesatz die Gefahr der gegenseitigen Verletzung noch erhöhter als zuvor.
Kann man nun nicht räumlich trennen,
und möchte man die Hunde wirklich aus allem erlösen,
dann bleibt nur eins:
Man muss einen Hund abgeben.
Ich selber hatte über Monate meinen Doppelbesatz V3 räumlich getrennt, bis die ältere chronisch kranke V3 dann starb,
und
ich habe meine körperlich kleine und sehr stellungsschwache N3 abgegeben.
Ich kenne also beide Situationen.
Viele Menschen hier im Forum haben diesen mutigen Schritt gemacht,
und haben den Hunden zuliebe sich von einem oder sogar mehreren Hunden getrennt.
Für diese Hunde wurden stellungsgerechte neue Zuhause gesucht und gefunden,
und wir können inzwischen rückblickend berichten,
daß alle abgegebenen Hunde ausnahmslos die Abgabe in ein Zuhause
OHNE
Fehl- bzw. Doppelbesatz
problemlos und auch dankbar angenommen haben.
Einen Hund abzugeben tut sicherlich jedem Menschen weh!
Ich kann es von mir selber sagen,
ich vermisse meine kleine abgegebene N3, die wie mein Schatten früher immer bei mir gewesen ist, sehr!
ABER:
ich weiß mit Sicherheit,
daß meine N3 in ihrem neuen Zuhause ein besseres ruhigeres Leben leben kann,
daß sie dort glücklicher und ihrem Wesen entsprechender leben kann.
Mn muss sich das einfach bewusst machen:
will ich egozentrisch und egoistisch nur dran denken,
wie ich selber mich wohl fühle und ich selber mein Leben schön finde, zusammen mit meinen Hunden
oder
denke ich auch einmal einen Moment darüber nach,
wie sich die Hunde in diesem von mir erstellten Lebensraum fühlen?
Ob sie sich ausleben können,
und zwar NICHT auf Menschenart, indem ich z.B. erfolgreich Hundesport mache,
sondern
auf der dem Hund eigene angeborene Art, seiner Stellung entsprechend?
Man muss abwägen:
auf der einen Seite der eine eigene Schmerz, den Hund abzugeben an einen Platz, wo er genau so geliebt wird
und wo er aber noch dazu stellungsgerecht leben kann,
auf der anderen Seite
lebenslanger Stress, Unterdrückung durch unpassende Hunde, permanente Anspannung, immer auf der Hut sein müssen u.s.w.
für meine Hunde,
die ich zwinge, das alles aushalten zu müssen,
weil ich sie so zusammen haben will.
Die Entscheidung muss jeder selber treffen.
"Geht in die Wälder und werdet wieder Menschen."
Jean Jacques Rousseau
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