Am Ende des letzten Work-Shops saß ich noch mit einigen zusammen und wir unterhielten uns über dieses und jenes…. Auch über die Schwierigkeiten der Umsetzung des Wissens von Rudelstellungen.
Da brachte Silke W. einen bildlichen Vergleich, der für mich sehr klar ausdrückt, wo die Schwierigkeiten der Menschen mit dem Rudelstellungswissen sind und ihrem Umgang mit diesem.
Sie sagte (nicht wörtlich, doch sinngemäß):
“Barbara hat von Karl Werner einen Rahmen bekommen, was Hunde und deren Umgang miteinander und deren Wertung ihrer Welt ist.
Im Laufe ihres Lebens ist in diesem Rahmen durch 10.000 Puzzleteilchen ein Bild entstanden, das sie uns beschreibt.
Dieses beschriebene Bild sehen die Menschen vor ihrem geistigen Auge und sagen “oh, das will ich auch” und fangen an, die Puzzleteile zu legen, um genau dieses Bild zu bekommen.
Doch durch ihr Leben und ihr Leben mit Hunden haben sie bereits ein Bild, das auch aus vielen Puzzleteilen besteht - manchmal nur aus 100 manchmal aus 1000 Teilen oder viel mehr.
Und während sie so puzzlen kommt ihnen mal das eine oder andere Teil ihres alten Puzzles in die Hand und sie denken “das könnte da passen” und sie versuchen es einzufügen.
Aber es passt nicht, kann ja nicht - ist ja ein ganz anderes Puzzle! Doch sie versuchen es immer wieder mit neuen bzw. anderen Teilen des alten Puzzles. Durch diese ständigen Versuche kommen die alten und neue Puzzleteile durcheinander und es wird schwierig und schwieriger, das neue Bild zu fertigen….
Und sind frustriert - das neue Bild wird und wird nicht vollständig, das alte ist zerstört und es wird immer schwerer, die richtigen Puzzleteile zu finden…… und die “alten” als solche zu identifizieren….”
Ich denke, das ist dann der Moment, in dem man denkt “so’n Sch…..!

Was soll das eigentlich? Das alte ist leichter.”
Ich gestehe, ich hatte und habe solche Momente in denen ich die restlichen 9.248 der noch von mir einzufügenden Puzzleteile einfach vom Tisch fegen will und lieber das alte 100 Teile Puzzle wieder zusammensetzten möchte.
Doch dann sage ich mir - ich hab ja schon 752 Teile zusammen. Das ist doch schon das 7 ½ fache des alten Puzzle…… und so nach und nach schaffe ich mehr, vielleicht sogar das ganze Bild.
Nur nicht aufgeben! Sieh deine bereits erreichten Erfolge an!
Was Silke W. noch sagte (und das diesmal wörtlich)
„Auch das Vokabular, also Worte, sind Puzzleteile, ebenso wie die Emotionen, die man hat.
Und viele von denen passen nicht in Barbaras Puzzle und machen es unnötig schwer.
Solange man nach einem Teil sucht, wo irgendwas mit Spiel drauf steht, puzzelt man nicht an Barbaras Bild.
Solange man sich mit neurotischen Depressionen quält, weil man die letzten Jahre am falschen Bild gepuzzelt hat, puzzelt man nicht Barbaras Bild.
Barbaras Puzzle hat die höchste Schwierigkeitsstufe, weil es keine Bildvorlage gibt. Keiner außer ihr weiß, wie das fertige Bild aussieht, und leider kann man das Bild in ihrem Hirn nicht fotografieren.
Es muss keiner Barbaras Bild puzzeln.
Aber wenn man das möchte und behauptet, dass man das möchte, dann macht es Sinn, dies zu tun:
1. Alle Puzzleteile vom Tisch entfernen.
2. Sich von Barbara die richtigen Teile in die Hand drücken lassen.
3. Puzzeln.
4. Gelegentlich kontrollieren, ob nicht wieder ein paar andere Puzzleteile vom Himmel auf den Tisch gefallen sind.
5. Sich in buddhistischer Geduld üben.“
Nach diesem Work-Shop habe ich persönlich aber erst mal mir den Punkt 5 vorgenommen…. Ohhhhmmmm….. um dann in Ruhe bei mir Punkt 4 vorzunehmen….

Dann werde ich “reinen Tisch” machen und Barbara nerven, mir die richtigen Puzzleteile zu zeigen oder zu geben…
Und dann puzzlen was das Zeug hält……..